Im 16. Jahrhundert an der Schwelle zur Neuzeit war die europäische Welt im Umbruch. Martin Luther (1483–1546) rüttelte an den Säulen des Papsttums. Durch den Buchdruck eroberten Bücher die Stuben der Bürger und die neuen humanistischen Ideen wurden heiß diskutiert. Die naturwissenschaftlichen Forschungen des Nikolaus Kopernikus (1473–1543) führten zum heliozentrischen Weltbild. Am Ende des Mittelalters stand die beginnende neue Mündigkeit des Menschen. Diesen alle Seins-, Denk- und Wissensbereiche des Menschen erfassenden Umbruch beeinflusste nicht zuletzt Theophrastus Bombastus von Hohenheim.
Um die Möglichkeiten der Naturheilkunde zu beschreiben, ist es nötig, den Begriff Naturheilkunde näher zu erläutern: Im engeren Sinn wird darunter die Klassische Naturheilkunde verstanden mit ihren fünf Säulen Licht, Luft, Wasser, Bewegung und Ernährung.
Gesundheit ist ein wertvolles Gut. Aber nur wenigen Menschen gelingt es, sie dauerhaft bis ins hohe Alter zu bewahren. Das Bestreben, die Gesundheit möglichst lange zu erhalten, besteht und bestand zu allen Zeiten. Es lohnt sich deshalb, auch einmal das Überlieferte zu durchforsten, um zu erfahren, ob nicht etwa Themen und Gedanken, die wir heute als aktuell empfinden, in der Vergangenheit schon durchdacht und bearbeitet wurden.
In seinen umfangreichen Schriften hat der große Arzt, Philosoph und Reformator der Medizin Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, immer wieder darauf hingewiesen, dass er seine Heilweise untrennbar mit einer „heilsamen Lebensweise“ verstanden wissen will. Im Folgenden soll Paracelsus dazu selbst zu Wort kommen. Diese kleine Zitate-Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.